Jahresrückblick Sport

National Teams
Olympia-Bronze fürs Frauen-Nationalteam, Männer mit Niederlage im Viertelfinale
Dank einem 2:1-Sieg nach Overtime gegen Schweden krönte das Schweizer Frauen-Nationalteam ein leidenschaftliches, diszipliniertes und mutiges Olympia-Turnier mit der Bronzemedaille, zum zweiten Mal nach 2014 in Sotschi. Nach der Schlussfeier in Verona wurde das Team von Head Coach Colin Muller in der SWISS Arena in Kloten feierlich empfangen, wo es gemeinsam mit mehreren Hundert Fans den Medaillengewinn gebührend feierte. Eine besondere Ehre kam Torhüterin Andrea Brändli sowie Alina Müller, welche den entscheidenden Treffer im Bronzespiel erzielte, zuteil. Beide wurden ins All-Star-Team des Turniers gewählt, Brändli zudem als beste Torhüterin des Turniers geehrt.
Die A-Nationalmannschaft der Männer klassierte sich dank Siegen gegen Frankreich (4:0) sowie Tschechien (4:3 n.V.) in der Gruppenphase hinter dem späteren Silbermedaillengewinner Kanada auf dem zweiten Tabellenrang. Im Qualification-Playoff-Spiel gegen Italien reüssierte das Team von Head Coach Patrick Fischer gegen Gastgeber Italien mit 3:0 und qualifizierte sich fürs Viertelfinale. Trotz eines starken Auftritts mit viel Esprit und solidarischem Teamwork konnte eine 2:0-Führung am Ende nicht über die Zeit gebracht werden: Die Schweiz unterlag Finnland in der Overtime mit 2:3 und beendete das Olympia-Turnier auf dem fünften Platz. Damit blieb der Schweiz nach langer Zeit der Einzug in einen Olympia-Halbfinal knapp verwehrt. Die Bronzegewinne von 1928 und 1948 erfolgten noch in anderen Turnierformaten.


Riesige Euphorie an der Heim-WM 2026
Wenige Zentimeter fehlten und die Schweiz hätte an der Heim-WM in Zürich und Fribourg den ganz grossen Coup realisiert.
Unter Head Coach Jan Cadieux, der die Mannschaft nach der Trennung von Patrick Fischer bereits vor seinem geplanten Amtsantritt übernommen hatte, und einem eingespielten Staff spielte die Schweiz ein herausragendes Turnier. Die Gruppenphase beendeten die Schweizer mit sieben Siegen aus sieben Spielen und einem beeindruckenden Torverhältnis von 39:7. Zu den Höhepunkten gehörten der 3:1-Auftaktsieg gegen die USA, der 4:2-Erfolg gegen Finnland, die beiden 9:0-Kantersiege gegen Österreich und Ungarn sowie das klare 6:1 gegen den Rivalen Deutschland.
Im Viertelfinal wurde Schweden ausgeschaltet, erstmals seit 13 Jahren konnte die Schweiz an einer Weltmeisterschaft wieder gegen die Tre Kronor gewinnen. Trotz eines Rückstands und einer fünfminütigen Unterzahl drehten die Schweizer die Partie dank Treffern von Captain Roman Josi, Denis Malgin und Calvin Thürkauf zum 3:1-Sieg.
Auch im Halbfinal liess die Schweiz nichts anbrennen und setzte sich gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Norwegen souverän mit 6:0 durch.
Im Final wartete erneut Finnland. Nach einem intensiven und spannenden Spiel stand es nach der regulären Spielzeit 0:0. In der Overtime, die im Drei-gegen-Drei-Format ausgetragen wurde, musste die Schweiz in der 71. Minute schliesslich den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen.
Das Fazit fällt dennoch äusserst positiv aus: Eishockeytechnisch holte die Schweiz an dieser Heim-WM nahezu das Maximum heraus. Im ganzen Land begeisterte die Mannschaft Jung und Alt und löste eine riesige Welle der Euphorie aus. W. Nuss vo Bümpliz sorgte im Stadion für Gänsehautmomente, die Fanzonen platzten aus allen Nähten. Die Heim-WM entwickelte sich zu einem grossen Eishockeyfest voller Emotionen und unvergesslicher Momente, auch wenn am Ende der entscheidende Treffer zum Titelgewinn fehlte.
Die positive Entwicklung der Herren-A-Nationalmannschaft ist kein Zufall und zeigt sich auch in der Weltrangliste: Erstmals führt die Schweiz diese an, vor Kanada und den USA. Die Spitzenposition ist ein Beleg für die Kontinuität der Arbeit der vergangenen Jahre. Einen wichtigen Anteil daran hat die Teilnahme an der Euro Hockey Tour, bei der sich die Schweiz viermal pro Saison mit Top-Nationen wie Schweden, Finnland und Tschechien misst. Diese Spiele auf höchstem Niveau fördern die spielerische und taktische Weiterentwicklung des Teams.

U20 unterliegt im WM-Viertelfinale, U18-Nati realisiert den sportlichen Wiederaufstieg
Nach zwei knappen Auftaktniederlagen gegen die USA und Schweden steigerte sich die Schweizer U20-Nationalmannschaft im Turnierverlauf deutlich. Mit einem überzeugenden 4:0-Erfolg gegen Deutschland und einem 3:2-Sieg gegen die Slowakei sicherte sie sich den dritten Platz in der Vorrundengruppe A und den Einzug in den Viertelfinal. Dort war gegen die favorisierten Tschechen bei der 2:6-Niederlage Endstation. Trotz des Ausscheidens zeigte das Team von Head Coach Jan Cadieux eine starke Entwicklung und überzeugte insbesondere im «Penalty Killing»: 16 von 17 Unterzahlsituationen wurden erfolgreich überstanden – Turnierbestwert. Die an der U20-WM gesammelten Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Nachwuchsspieler.
Nach dem letztjährigen Abstieg in die Division 1 gewann die Schweizer U18-Nationalmannschaft unter Head Coach Patrick Schöb an der U18-WM Division 1A in Polen alle fünf Spiele, vier in der regulären Spielzeit und eines nach Verlängerung. Mit dem entscheidenden 3:2-Sieg gegen das bis dahin punktgleiche Kasachstan sicherte sich die Schweiz den Turniersieg. Trotz des sportlich verdienten Erfolgs bleibt der Wiederaufstieg in die Top-Division jedoch aus: Der internationale Eishockeyverband (IIHF) verweigerte den Aufstieg, da Belarus in die Top-Gruppe zurückkehrt.
Schweizer U18-Frauen erneut auf Platz 5
Wie bereits im Vorjahr belegte das Team von Cheftrainerin Melanie Häfliger an der U18-Weltmeisterschaft in Sydney und Membertou (Kanada) den guten fünften Schlussrang.
Als Dritte der Gruppe A qualifizierten sich die Schweizerinnen für die Viertelfinals. Dort lieferten sie den Tschechinnen einen harten Kampf, mussten sich jedoch äusserst knapp mit 1:2 geschlagen geben. Nach der Schweizer Führung im ersten Drittel drehte Tschechien die Partie und erzielte den entscheidenden Treffer erst in der 59. Minute.



«Sports Awards» 2025: Männer-Nationalmannschaft als Team des Jahres ausgezeichnet, Patrick Fischer erneut Trainer des Jahres
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft durfte an den Sports Awards 2025 gleich zwei bedeutende Auszeichnungen entgegennehmen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille an der Weltmeisterschaft in Herning und Stockholm wurde das Männer-Nationalteam zum Team des Jahres 2025 gekürt. Zudem wurde Cheftrainer Patrick Fischer nach 2024 bereits zum zweiten Mal in Folge mit der prestigeträchtigen Auszeichnung «Trainer des Jahres» geehrt.

Wechsel an der Spitze der Abteilung Sport
Nach über sieben Jahren als Director Sport bei der SIHF hat sich Lars Weibel entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Der 52-Jährige wechselte nach der WM 2026 in der Schweiz als Sportdirektor zum National-League-Club HC Ambri-Piotta.
Wir danken Lars Weibel für seine jahrelange, ausgezeichnete Arbeit zugunsten der SIHF. Er hat die sportlichen Strukturen von Swiss Ice Hockey nachhaltig geprägt. Für seine neue Aufgabe wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Seit Anfang Juni 2026 ist Patrick von Gunten neuer Director Sport. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler bringt umfassende Erfahrung aus Spitzensport, Eventmanagement und Verbandsarbeit mit und wird nun die sportliche Weiterentwicklung des Schweizer Eishockeys massgeblich mitgestalten.

Swiss Ice Hockey freut sich auf die Zusammenarbeit und wünscht Patrick von Gunten in seiner neuen Funktion viel Erfolg und Freude.
Ebenfalls die SIHF verlassen, hat Teammanager Lukas Baumgartner, der per Oktober 2026 beim EHC Kloten die Position als Youth General Manager übernehmen wird. Der 42-Jährige arbeitete seit November 2019 bei Swiss Ice Hockey und war zunächst als Teammanager für die U16- bis U20-Nationalmannschaften verantwortlich. Ab der Saison 2024/2025 übernahm er die Funktion als Manager National Teams der Herren-Nationalmannschaft.
Die Swiss Ice Hockey Federation bedankt sich herzlich bei Lüge für seinen hervorragenden Einsatz und wünscht ihm für die private wie berufliche Zukunft alles Gute, viel Glück und weiterhin viel Erfolg.
Nachfolgend finden Sie unsere sportliche Chronik der Saison 2025/2026, Teamfotos sowie Porträts des Coaching Staffs.
Sportliche Chronik
IIHF World Ranking 2026* Men's A
IIHF World Ranking 2026* Women's A
1. Schweiz
2. Kanada
3. USA
4. Finnland
5. Schweden
6. Tschechien
7. Deutschland
8. Slowakei
9. Lettland
10. Dänemark
1. USA
2. Kanada
3. Tschechien
4. Schweiz
5. Finnland
6. Schweden
7. Deutschland
8. Japan
9. Ungarn
10. Dänemark
IIHF World Ranking 2026* Men's A
- Schweiz
- Kanada
- USA
- Finnland
- Schweden
- Tschechien
- Deutschland
- Slowakei
- Lettland
- Dänemark
IIHF World Ranking 2026* Women's A
- USA
- Kanada
- Tschechien
- Schweiz
- Finnland
- Schweden
- Deutschland
- Japan
- Ungarn
- Dänemark
*Russland und Weissrussland nehmen aktuell nicht an der IIHF Men's und IIHF Women's World Championship teil.
IIHF WM Zürich & Fribourg

Coaching Staff
Herren A-Nationalmannschaft
Jan Cadieux
Head Coach
Marcel Jenni
Assistant Coach
Rikard Franzen
Assistant Coach
Thomas Bäumle
Goalie Coach
Benoît Pont
Video Coach
stefan Schwitter
Performance Coach
Frauen A-Nationalteam
Colin Muller
Head Coach
Alfons Malmström
Assistant Coach
cyndy kenyon
Assistant Coach
Simon Theiler
Goalie Coach
Michael Fischer
Video Coach
Junior National Teams (Men)
U20
Jan Cadieux, Head Coach
U18
Fabio Schumacher, Head Coach
U17
Patrick Schöb, Head Coach
U16
Mathias Joggi, Head Coach
Junior National Teams (WoMen)
U18
Melanie Häfliger Head Coach
U16
Cyndy Kenyon Head Coach
U14
Cyndy Kenyon Head Coach

National League
TV und Marketing: TV-Zuschauerrekord und Red-Bull-Premiere
Mit dem erstmaligen Meistertitel für Fribourg-Gottéron ist eine hochstehende Meisterschaft zu Ende gegangen. Die «Finalissima» in Spiel 7 der Finalserie sahen durchschnittlich über eine halbe Million Zuschauerinnen und Zuschauer am TV.

Mit mehr als total 15 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern erreichte die National League in Sachen TV-Präsenz ein Traumergebnis. Dies kommt einer Steigerung von vier Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern gegenüber dem Vorjahr gleich. Die Spiele wurden wiederum von MySports sowie den Sublizenzpartnern 3+, TV24, LémanBleu, La Télé, Telebielingue sowie Teleticino live übertragen. Zudem strömten erneut über drei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in die Stadien der 14 NL-Clubs. Dies entspricht einer durchschnittlichen Stadionauslastung von über 90 Prozent.

Granlund wird Liga-Top-Scorer
Die Topskorer der 14 National-League-Teams haben zusammen mit den besten Skorerinnen der PostFinance Women’s League 318'600 Franken eingespielt, die von der PostFinance an den Nachwuchs der jeweiligen Klubs ausbezahlt wurden. Markus Granlund sammelte mit 54 Punkten in 49 Partien am meisten Skorerpunkte und spielte damit 16’200 Franken für den Nachwuchs des Genève-Servette HC ein. Die symbolischen Checks wurden von Ron Schneider, Geschäftsleitungsmitglied von PostFinance, in der Festhalle Bern überreicht.
Red Bull neuer Energy-Drink-Partner
Mit Red Bull war erstmals der international bekannte Energy-Drink-Brand in der National League zu sehen. Mit dem neu eingeführten Branding auf dem Trittschutz der beiden Tore sowie einem kleinen Kühlschrank auf den Spielerbänken gelang es Red Bull, vor allem am TV auf sich aufmerksam zu machen. In der kommenden Saison werden die National League und Red Bull die Partnerschaft weiter intensivieren.

Drei erfolgreiche und wegweisende Ausschreibungen
Geprägt wurde das Geschäftsjahr 2025/2026 auch von insgesamt drei öffentlichen Ausschreibungen: Im Rahmen eines transparenten Vergabeprozesses wurden die medialen Rechte ab der Saison 2027/2028 wiederum an Sunrise vergeben, das mit MySports seit mehreren Jahren sämtliche Spiele live überträgt. Für die TV-Produktion wird sich ab 2027/2028 neu die internationale Produktionsfirma NEP verantwortlich zeigen und damit SRF P&T ersetzen. Und in Sachen Statistikerfassung sowie Analytics erhielt mit 49ing ein bewährter Partner den Zuschlag für mindestens drei weitere Jahre.
Leagues & Cup
Die Saison 2025/2026 war geprägt von einem attraktiven und gut organisierten Spielbetrieb in der Sky Swiss League sowie in den Nachwuchs-, Amateur-, Frauen-, Senioren- und Plauschligen. Rund 30'000 lizenzierte Spielerinnen und Spieler sorgten für spannende Meisterschaften und sportliche Höhepunkte. Die erfolgreiche Zusammenarbeit der drei Regionen Westschweiz, Zentralschweiz und Ostschweiz unterstützte eine effiziente Organisation und die einheitliche Weiterentwicklung des Schweizer Eishockeys.
Nach der ersten Saison von «Impact +1» fällt die Bilanz im Nachwuchsbereich positiv aus. Die neue Altersstruktur hat sich etabliert und schafft bessere Voraussetzungen für eine individuelle Förderung sowie eine nachhaltige Talententwicklung.
Eine Herausforderung bleibt die Entwicklung der Disziplinarfälle: Checks gegen den Kopf sowie Vergehen gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern nahmen gegenüber der Vorsaison zu. Fairness, Respekt und der Schutz aller Beteiligten bleiben deshalb zentrale Anliegen im Schweizer Eishockey.
Sportliche Höhepunkte und strukturelle Entwicklungen in der Sky Swiss League
In der Sky Swiss League verfolgten 567'197 Zuschauerinnen und Zuschauer die insgesamt 314 Meisterschaftsspiele, in denen 1'928 Tore erzielt wurden. Den Meistertitel sicherte sich der HC Sierre, der sich im Playoff-Final gegen den National-Cup-Sieger HC La Chaux-de-Fonds mit 4:1 Siegen durchsetzte. Da der HC Sierre über keine Aufstiegsbewilligung verfügte, kam es allerdings zu keiner Ligaqualifikation.
Auch abseits des Eises gab es wichtige Entwicklungen. Mit Burger King Schweiz konnte ein neuer Official Sponsor für die Sky Swiss League gewonnen werden. Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Burger King das Sponsoring der Topscorer-Wertung, die ab den Playoffs der Saison 2025/2026 sowie während der gesamten Saison 2026/2027 unter dem Namen Scorer King geführt wird.
Ebenfalls neuer Partner ist das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Schweizer Unternehmen KA-EX (ph. AG). Die Partnerschaft, die bis 31. Mai 2027 läuft, umfasst sowohl die Sky Swiss League als auch die PostFinance Women’s League. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden alle Clubs beider Ligen mit den Nahrungsergänzungsmitteln von KA-EX ausgestattet. Ziel ist es, die Regeneration sowie die Leistungsfähigkeit der Athletinnen und Athleten gezielt zu fördern.
Veränderungen gab es auch in der Ligazusammensetzung. Der EHC Winterthur zog sich aufgrund finanzieller und struktureller Herausforderungen freiwillig aus der Sky Swiss League zurück. Da kein Club der MyHockey League ein Aufstiegsgesuch einreichte, wird die Sky Swiss League in der Saison 2026/2027 mit zehn Mannschaften ausgetragen.
Die Sky Swiss League steht weiterhin vor bedeutenden Herausforderungen. Im Zusammenhang mit möglichen Reformplänen im Schweizer Eishockey, unter anderem mit Diskussionen über die Einführung einer U23-Liga oder eine mögliche Aufstockung der Liga, braucht es einen offenen und konstruktiven Austausch zwischen allen Beteiligten. Einzelne Vorstösse zeigen den Handlungsbedarf auf, doch nachhaltige Lösungen können nur gemeinsam entwickelt und getragen werden.
Ziel muss es sein, eine stabile und zukunftsfähige Struktur für das Schweizer Eishockey zu schaffen, welche die Interessen aller Ebenen berücksichtigt und den langfristigen Erfolg des Schweizer Eishockeys sichert.
EHC Seewen verteidigt Meistertitel in der MyHockey League
Der EHC Seewen wurde Back-to-Back-Champion der MyHockey League und setzte sich im Playoff-Final in der «Belle» gegen Hockey Huttwil durch. Über die ganze Saison hinweg überzeugte der EHC Seewen mit einem starken Kollektiv, kreativen und torgefährlichen Offensivspielern und einem starken Torhüterduo.
Professionalisierung und steigende Aufmerksamkeit in der PostFinance Women’s League
Das Fraueneishockey setzte seinen positiven Entwicklungskurs im Berichtsjahr eindrücklich fort. Sieben der acht Clubs der PostFinance Women's League (PFWL) sind heute in Organisationen der National League integriert, ein klares Zeichen für die fortschreitende Professionalisierung.
Mit der Saison 2025/2026 wurde eine wichtige Regelanpassung umgesetzt: Erstmals waren in der PFWL Bodychecks nach denselben Regeln wie im Männerhockey erlaubt. Ausgenommen blieben Open-Ice-Hits, bei denen sich zwei Spielerinnen mit hoher Geschwindigkeit frontal entgegenkommen. Die Rückmeldungen von Spielerinnen, Coaches und Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern waren durchwegs positiv. Die Anpassung führte zu einem dynamischeren Spiel und stellte einen wichtigen Entwicklungsschritt für das Schweizer Fraueneishockey dar.
Sportlich sorgten 687 Tore für attraktive Begegnungen. Das Zuschauerinteresse entwickelte sich ebenfalls erfreulich: In der Regular Season besuchten über 42'600 Fans die Spiele (plus 28 Prozent gegenüber der Vorsaison), in den Playoffs kamen rund 13'500 weitere Zuschauerinnen und Zuschauer dazu. Der EV Zug krönte eine erfolgreiche Saison mit dem Gewinn von Meistertitel und National Cup und feierte damit das Double. Gleichzeitig stellte die Liga am 24. Januar 2026 mit 4'997 Fans beim Spiel zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug einen neuen Zuschauerrekord auf.
Ab der Saison 2026/2027 wird die Liga durch den Lausanne HC Féminin erweitert. Nach dem Meistertitel in der SWHL-B und dem Rückzug der SC Langenthal Damen erfüllten die Waadtländerinnen die Voraussetzungen für den Aufstieg.
Zum Wachstum der Liga trägt auch das langjährige Engagement von PostFinance als Partnerin und Förderin des Mädchen- und Fraueneishockeys bei. Gleichzeitig konnte die mediale Präsenz, insbesondere über den offiziellen Instagram-Kanal, weiter gesteigert und die Reichweite deutlich erhöht werden.
EHC Biel-Bienne Spirit (U21-Elit) und die ZSC Lions (U18-Elit) mit Schweizer Meistertitel
Nach der letztjährigen Finalniederlage gelang dem EHC Biel-Bienne Spirit in der U21-Elit die Revanche gegen die GCK Lions. In der U18-Elit verteidigten die ZSC Lions im Derby gegen den EHC Kloten ihren Titel. Beide Finalserien gingen über die volle Distanz von fünf Spielen.
Die Finalserie der U21-Elit entwickelte sich zu einem wahren Publikumsmagneten. Besonders die Heimspiele des EHC Biel-Bienne Spirit sorgten für grosse Begeisterung: Über 3'000 Fans verfolgten das erste Spiel, mehr als 4'000 Zuschauerinnen und Zuschauer das zweite und 5'843 Fans das entscheidende dritte Heimspiel in der Tissot Arena – ein neuer Zuschauerrekord.


Cup-Triumph 2026: EV Zug und HC La Chaux-de-Fonds sicherten sich die Titel
Wie bereits im Vorjahr holten sich auch in dieser Saison 2025/2026 der HC La Chaux-de-Fonds bei den Männern sowie der EV Zug bei den Frauen den National-Cup-Titel.
In einem torreichen Finale in einer mit 5225 Zuschauern ausverkauften Patinoire des Mélèzes behielt der HC La Chaux-de-Fonds mit einem 5:4-Sieg nach Verlängerung die Oberhand und ist, nach dem Entscheid, den National Cup bei den Männern abzuschaffen, damit der letzte Gewinner des nationalen Cupwettbewerbs.
Im Finale des Women’s National Cup 2025/2026 setzte sich der EV Zug mit 4:0 gegen die HC Davos Ladies durch. Den dritten Platz im nationalen Cupwettbewerb sicherten sich die ZSC Lions.
Ausblick
Im kommenden Geschäftsjahr stehen für Swiss Ice Hockey verschiedene strategische und operative Projekte im Fokus. Im Rahmen des Nachwuchs-, Amateur- und Frauensports (NAFS) sowie des Leistungssports wird der Wahlprozess weitergeführt, um die angestrebte Geschlechterquote im Verwaltungsrat zu erreichen. Gleichzeitig wird eine neue funktionale Strategie für den NAFS erarbeitet, um die zukünftige Ausrichtung weiter zu schärfen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Verhandlungen zum Kooperationsvertrag mit der National League AG sowie auf der Weiterentwicklung der medialen Rechte im NAFS.
Im Nachwuchsbereich stehen ebenfalls wichtige Veränderungen an. Die neue Ausrichtung wird gemeinsam mit dem Leistungssport und unserer Abteilung Sport erarbeitet und abgestimmt.
Zudem wird die Einführung eines neuen Game Centers sowie eines neuen Reporter-Systems vorangetrieben, um die Prozesse rund um Spielbetrieb, Daten und Kommunikation weiter zu modernisieren.
Officiating
Die Saison 2025/2026 markierte für das Officiating der SIHF einen wichtigen Entwicklungsschritt. Im Mittelpunkt standen eine neue Führungsstruktur, eine klarere strategische Ausrichtung sowie die konsequente Professionalisierung des Schiedsrichterwesens. Mit Brent Reiber, Joel Hansson und Alexander Jäger wurde das Officiating personell neu aufgestellt und als strategischer Leistungs- und Entwicklungsbereich innerhalb der SIHF weiter gestärkt.
Mit der organisatorischen Verankerung als Leistungs- und Entwicklungsbereich innerhalb der SIHF wurde der Fokus konsequent auf die Förderung des Schiedsrichterwesens, die Qualitätssicherung sowie die langfristige Entwicklung von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern ausgerichtet.
Einen weiteren Meilenstein bildete die Weiterentwicklung der «Officiating DNA» zur konkreten «Athletic Culture» im ersten gemeinsamen Sommercamp. Diese basiert auf den Grundwerten Eigenverantwortung, konsequente Vorbereitung, Leistung, Regeneration und Professionalität und orientiert sich am Selbstverständnis von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern. Leitgedanke dieser Kultur ist:
«An athletic culture for a hockey official is the commitment to preparing, performing, and recovering with player-like discipline and professionalism, in service of a safe and fair game.»

Die Sicherstellung des Spielbetriebs blieb dabei die wichtigste Aufgabe des Officiating. Unter dem Leitsatz «Ohne Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter kein Spiel» engagieren sich schweizweit rund 1'500 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Gemeinsam gewährleisten sie in rund 18'000 Spielen pro Saison die konsequente Anwendung der Spielregeln und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Schweizer Eishockey. Im Leistungssport arbeitet die SIHF mit rund 90 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die in den National League-, Sky Swiss League-, U21- und Women's-Leistungssport-Wettbewerben jährlich rund 3'500 Spiele leiten.
Schweizer Offizielle bei internationalen Turnieren
Das Engagement der Schweizer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter reicht längst über die Landesgrenzen hinaus. Dank konstant starker Leistungen werden sie regelmässig für internationale Einsätze aufgeboten und vertreten die Schweiz an den wichtigsten Turnieren der International Ice Hockey Federation.
An der Heim-Weltmeisterschaft in Zürich und Freiburg vom 15. bis 31. Mai 2026 standen mit Cedric Borga, Michaël Tscherrig und Dominik Schlegel gleich drei Schweizer Unparteiische im Einsatz. Für Head-Schiedsrichter Borga war es die erste WM-Teilnahme, während Tscherrig und Linesperson Schlegel bereits über wertvolle Erfahrung auf höchster internationaler Ebene verfügten. Ebenfalls als Head für die WM aufgeboten, war unser Schiedsrichter Mikko Kaukokari. Während der gesamten Weltmeisterschaft stand zudem eine Officiating-Taskforce bereit, um das Schweizer Fernsehen (SRF) sowie Moderatorinnen, Moderatoren und Experten bei der Beurteilung strittiger Spielsituationen fachlich zu unterstützen.

Auch an der 2026 IIHF World Junior Championship, die vom 26. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 in Saint Paul und Minneapolis (USA) ausgetragen wurde, war die Schweiz vertreten: Cedric Borga amtete als Head-Schiedsrichter, während Michael Stalder als Linesperson nominiert war und unter anderem im Viertelfinal zum Einsatz kam.
Für die IIHF U18-Weltmeisterschaft in der Slowakei wurde Phillip Ströbel als Head-Schiedsrichter aufgeboten. Als Linesperson stand zudem Aurélien Urfer im Einsatz.
Loïc Ruprecht leitete unter anderem das Spiel um die Bronzemedaille am Continental Cup 2026 in Nottingham und unterstrich damit ebenfalls seine internationale Anerkennung.
Auch im Frauenbereich waren Schweizer Schiedsrichterinnen auf höchstem Niveau vertreten: Reica Staiger und Anina Schüpbach wurden beispielsweise als Head-Schiedsrichterinnen für die IIHF U18-Frauen-Weltmeisterschaft im Januar 2026 in Kanada nominiert.
Der traditionsreiche Spengler Cup wurde erneut unter der Leitung des SIHF-Officiating-Managements durchgeführt. Gemeinsam mit Schweizer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie internationalen Officials aus Tschechien und Finnland sorgte das eingespielte Team für eine professionelle und einheitliche Spielleitung und trug damit zum hohen sportlichen Niveau des Turniers bei.
Wichtige Entwicklungsschritte im Officiating
Die Saison 2025/2026 stand auch im Zeichen einer datenbasierten Weiterentwicklung des Officiating-Systems. Mit Joel Hansson konnte ein Entwicklungsexperte gewonnen werden. Unter dem Leitgedanken «weg von glauben, hin zu wissen» wurden Strukturen analysiert und wichtige Handlungsfelder identifiziert. Eine Befragung von rund 2'300 ehemaligen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern zeigte zentrale Herausforderungen auf: Eine überalterte Struktur, fehlende klare Entwicklungspfade sowie die Notwendigkeit, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter langfristig im System zu halten und gezielt zu fördern.
Gleichzeitig wurden Stabilität und Leistungskultur im Spitzensport gestärkt, wobei verschiedene Vertragsverlängerungen mit Top-Schiedsrichtern erzielt wurden.
Im Bereich Coaching wurden Standards und Entwicklungsprozesse weiter professionalisiert. Allein im Leistungssport wurden über die Saison mehr als 600 Coaching-Berichte erstellt und damit die individuelle Entwicklung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter gezielt unterstützt.
Auch die Spielbeobachtung wurde weiterentwickelt: 96.1 Prozent der National-League-Partien wurden im Rahmen eines Hybridmodells analysiert und bewertet. Erstmals kam dabei das neue Game-Day-Debriefing-Tool zum Einsatz, welches eine strukturierte und einheitliche Nachbearbeitung ermöglicht.
Mit einer verstärkten Kommunikation gegenüber Clubs und Ligen wurde zudem mehr Transparenz geschaffen. Die Veröffentlichung von Critical-Scene-Memos und Officiating-Coaches-Memos hatte zum Ziel, Konsistenz, Erwartbarkeit und Vertrauen in Entscheidungsprozesse zu stärken.
Darüber hinaus wurde mit dem neuen Exchange Program das bisherige «Rent a Ref»-Modell weiterentwickelt. Schweizer Leistungssport-Schiedsrichter konnten dadurch wertvolle internationale Erfahrungen in den Top-Ligen Schwedens und Finnlands sammeln.
Education
Die Saison 2025/2026 stand im Zeichen der Weiterentwicklung der Trainerbildung sowie der Stärkung des Wissensaustauschs innerhalb der Schweizer Eishockey-Community. Mit hochwertigen Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie neuen Ausbildungsformaten konnte die SIHF ihre Rolle als Kompetenzzentrum für die Trainerentwicklung weiter festigen.
Ein besonderer Höhepunkt war das Coaching Symposium vom 22. bis 23. Mai 2026, das während der Heim-Weltmeisterschaft im Hotel Spirgarten in Zürich stattfand. Rund 240 Trainerinnen und Trainer aus der ganzen Welt nutzten die Gelegenheit, sich während zwei Tagen mit aktuellen Themen aus Coaching, Leadership und Sportpsychologie auseinanderzusetzen. Hochkarätige Referenten wie Lernpsychologe Tim Hartmann, Josh Holden (Head Coach HC Davos), René Prêtre (Kinderherzchirurg) sowie Jan Cadieux, Head Coach der Schweizer Herren-Nationalmannschaft, vermittelten wertvolle Impulse. Die Teilnahme von Jan Cadieux stellte dabei eine Premiere dar: Erstmals referierte der Head Coach einer gleichzeitig an einer Weltmeisterschaft im Einsatz stehenden Nationalmannschaft an einem Coaching Symposium.




Direkt im Anschluss fand am 24. Mai 2026 das Coaching Symposium für Torhütertrainer statt. Rund 60 Goalie Coaches aus der Schweiz vertieften ihr Fachwissen in spezifischen Themen der Torhüterausbildung. Zu den Referenten gehörten Michele Genoni, der anhand seiner Erfahrungen und Gespräche mit seinem Sohn Leonardo Parallelen zwischen Spitzensport und Medizin aufzeigte, Tim Bertsche (Torhütertrainer SC Bern) mit Einblicken in Scouting und spielbezogene Vorbereitung sowie Goalie Coach Thomas Bäumle, der gemeinsam mit Video Coach Benoît Pont die Arbeitsweise im Umfeld der Schweizer A-Nationalmannschaft präsentierte.
Mit dem Start der Pro Lizenz wurde im Berichtsjahr zudem die höchste Ausbildungsstufe für Trainerinnen und Trainer lanciert. Der zweijährige Lehrgang richtet sich an zehn ausgewählte Teilnehmende aus der Schweiz und bereitet Coaches auf Führungsaufgaben im Leistungsbereich ab der Kategorie U16-Elit bis hin zum Spitzeneishockey vor.



Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der inhaltlichen Weiterentwicklung der Ausbildung. In verschiedenen Kompetenzgruppen wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Clubs Ausbildungsinhalte und Entwicklungsfelder erarbeitet. Die Arbeitsgruppen in den Bereichen Youth Sport, Talent Sport (neu), Torhüter und Athletik bilden die Grundlage für eine noch engere Abstimmung zwischen Verband und Clubs.
Insgesamt besuchten in der Saison über 1'000 Trainerinnen und Trainer ein Aus- oder Weiterbildungsangebot der SIHF. Dieses grosse Interesse unterstreicht die hohe Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Trainerbildung für die nachhaltige Entwicklung des Schweizer Eishockeys.
Ausblick
Im kommenden Geschäftsjahr steht die Erarbeitung einer neuen Ausbildungsstruktur 2028 im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Aus- und Weiterbildung noch konsequenter auf die Anforderungen des modernen Eishockeys sowie auf den Gedanken des lebenslangen Lernens auszurichten.
Im Zuge dieser Weiterentwicklung wird die Abteilung künftig unter dem Namen Development auftreten. Der neue Name trägt der Sprache des Eishockeys Rechnung und unterstreicht den Anspruch, die kontinuierliche Entwicklung von Trainerinnen, Trainern und Athletinnen und Athleten in allen Leistungsstufen nachhaltig zu fördern.
Einen wichtigen Impuls für diese Entwicklung setzt auch das im Rahmen der Heim-Weltmeisterschaft gemeinsam mit dem Bundesamt für Sport lancierte Legacy-Projekt für Coaches. Dieses Projekt wird im neuen Geschäftsjahr weiter ausgebaut und nimmt nun richtig Fahrt auf. Ziel ist es, über die kommenden drei Spielzeiten insgesamt 21 Trainerinnen und Trainer für die Stufen U14 und U16 auszubilden und ihnen eine Tätigkeit in einem entsprechenden Clubumfeld zu ermöglichen. Sieben Coaches konnten bereits für die kommende Saison gewonnen und in Clubs platziert werden.
Das Ausbildungsprogramm sieht eine enge Begleitung und kontinuierliche Weiterbildung durch den Verband in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Clubs vor. Gleichzeitig sollen regionale Coaches gezielt in die Ausbildungseinheiten integriert werden. Dadurch entsteht ein breiter Wissenstransfer, während bestehende regionale Kooperationen weiter ausgebaut und gestärkt werden können.






